Gospel und Swing decken den Tisch
Benefizkonzert der Big Band der Privat-Musikkapelle Scherpenseel 06 und des Chores „New Praise“ im PZ. Gelungene Mischung. Spitzenmäßige Solisten.
Übach-Palenberg. Gospel und Swing, vocal und instrumental, das war der Sound so richtig nach dem Geschmack des Publikums. Die Big Band der Privat-Musikkapelle Scherpenseel 06 und der Gospelchor „New Praise“ Übach-Palenberg „heizten“ mit flotten Rhythmen tüchtig ein. Zwei Musikrichtungen mit vielen Gemeinsamkeiten gingen im Pädagogischen Zentrum mit ihrem Gemeinschaftskonzert unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll erneut eine spannende Allianz ein und begeisterten die knapp 300 Besucher. Wie vor zweieinhalb Jahren – damals war die Flut in Südostasien der Anlass – lebten Chor und Musiker echte Solidarität. Sie spielten und sangen mit ihren Ensembles unter Leitung von Günter Preuth (PMS Scherpenseel) und Michael Kreutzkamp (New Praise) für die Bedürftigen der Schulspeisung an den sechs Ganztagsschulen der Stadt. Das Konzept der Macher ging auf, das gemeinsame Benefizkonzert erfüllte mit einem abwechslungsreichen Programm alle Erwartungen. Kein Wunder, dass die Akteure nach zweieinhalbstündigem musikalischem Feuerwerk vom Publikum mit standing ovations verabschiedet wurden.
Beide Ensembles demonstrierten mit großartigen Solisten in ihren Reihen, was in ihnen steckt. Als ausgezeichnete Moderatoren erwiesen sich gleichsam Norbert Preuth, Lambert Pongs und Gina Schadt.
Die Big Band der über 100 Jahre alten Privat-Musikkapelle mit ihrem engagierten Leader Günter Preuth eröffnete mit „Rock opening“ von Manfred Schneider und „Little brown Jug“, einem Stück aus dem Instrumental-Repertoire der bekannten Glenn-Miller-Band, den Musikreigen auf der Bühne. Als Solisten überzeugten hierbei Stefan Preuth, Saxophon, Carola Rütten, Posaune, und Günter Bierfeld, Trompete. Big Band und die Solisten Felix Nebeling, Flügelhorn, Herbert Vraetz, Saxophon und Markus Knoben, Glockenspiel, verstanden es hervorragend beim nächsten Stück, eine unwiderstehliche und mitreißende Melodie zur Geltung kommen zu lassen. Dass seine musikalische Ausrichtung schwerpunktmäßig im „Black Gospel“ liegt, machte der Gospelchor „New Praise“ gleich mit seinen beiden ersten Songs seines üppigen Repertoires „Lord I lift your name on high – Herr, ich will deinen Namen erhöhen“ von Rick Founds und „Put your hand in the hand of the man“ von Joakim Arenius deutlich. Auch beim zweiten Auftritt der Big Band ragten die Solisten heraus und wurden frenetisch von den Fans gefeiert. Mit „Mambo Madness – Mambo Verrücktheit“, in der Vertonung von Alan Silvestri, stellte das Ensemble seine Klasse unter Beweis. Carola Rütten, Posaune, und Heinz Lyko, Saxophon, begeisterten mit ihren Soli. Dass er nicht nur ein guter Saxophon, sondern auch ein exzellenter Sänger ist, machte Stefan Preuth beim Titel „Frauen regier’n die Welt“ von Roger Cicero deutlich.
Powerfrau Frantzen
Als tolle Solistin erlebten die Zuhörer die Powerfrau Anja Frantzen, die die ganze Emotionalität des Gesangs verdeutlichte. „Total Praise – der vollkommene Lobgesang“, ein Titel von Richard Smallwood beendete den Soloauftritt von Chor und Band im ersten Teil. Gemeinsam wie geendet, so ging es danach im Konzertreigen mit „He regeis“ von Kirk Franklin, einer der prägendsten Gospelmusiker der Gegenwart, der zu den Stars der Szene zählt, anschließend weiter. Gesanglich ging es mit den Stücken „Stranger“ von Curt Karr und „So easy to love You” und „Friend of God“ von Israel Houghton mit den Solisten Melanie Wallat und Andreas Henßen. Die Big Band intonierte ihren letzten Soloblock zunächst mit „Africa“, einem erfolgreichen Titel der kalifornischen Rockband Toto, nach Paich und einem Arrangement von Günter Preuth. Solist auf dem Saxophon war Heinz Lyko. Ohne Glenn Miller geht es nicht: Ganz nach dieser Devise verfuhr denn auch Günter Preuth mit seinen Musikern, als er mit ihnen „Memories of Glenn Miller“, arrangiert von Jac Rütten, u. a. mit den Stücken „St. Louis Blues“ und „Pennsylvania six, five thousand“, intonierte. Mit dem Stück „Jumpin’ at the woodside” des unvergleichlichen Swing-Grafen Count Basie, beendete die Big Band ihren Soloauftritt im PZ. Der spannende und unvergessliche Abend von Swing und Gospel ging, auch hier wieder eine Parallele zu 2005, im gemeinsamen Auftritt von Chor und Bigband mit dem „Hallelujah“ von Georg Friedrich Händel zu Ende. (akf)